Text: Ulrike Vorrink
Guten Tag!
Schön dass Sie da sind, Sie sitzen auf einer interessanten Bank an einem interessanten Ort, hier gibt es viel zu erzählen. Viel Geschichte und viele Geschichten.
Wilhelm Brefeld (ein Bild von ihm hängt im Eingangsbereich) hat dieses Grundstück unter einer Bedingung an seinen Bruder vererbt: er musste darauf ein Krankenhaus bauen.
Und so wurde 1885 das Wilhelms-Hospital eingeweiht, ein Krankenhaus mit 40 Betten. Richtig gehört, Epe hatte ein eigenes Krankenhaus. Viele Eperaner haben als Geburtsort tatsächlich das Dörfchen Epe in ihren Ausweisen stehen.
Geleitet wurde es von den Ordensschwestern der Mauritzer Franziskanerinnen, die hier noch bis 1993 einen eigenen Konvent hatten.
Immer mal wieder wurde das Wilhelms-Hospital umgebaut, 1943 kam ein Luftschutzkeller dazu, es gab regelmässige Erweiterungen und 1968 wurde ein Schwesternwohnheim für 30 Ordensschwestern fertiggestellt. Am Ende war es ein Krankenhaus mit 65 Betten.
Zum Krankenhaus gehörte eine sehr kleine Leichenhalle, die war für die Kindergartenkinder des Josefshaus‘ auf ihrem Weg zum Kindergarten als Mutprobe sehr begehrt. Als der Stöpsel Willi Brefeld mit seinem Freund durch das Schüsselloch schaute, drehte sich just in diesem Moment im Inneren eine Nonne zur Tür um. Das wehende weisse Gewand kam auf die Kinder zu, schreiend liefen sie wieder nach Hause weil sie ehrlich und wahrhaftig ein leibhaftiges Gespenst gesehen hatten. Ich kann es mir so richtig vorstellen.
Für das gut funktionierende Krankenhaus kam jedoch 1979 der Rotstift, ein neuer Krankenhausbedarfsplan bedeutete für das Wilhelmshospital das Aus, wie für viele andere kleinere Krankenhäuser auch. Pastor Alfons Frye haben wir es zu verdanken, dass nichts abgerissen wurde, sondern nach einem umfangreichen Umbau seit 1982 heute hier das St.Agatha Domizil als Alten- Wohn- und Pflegeheim steht.
Schön groß, hell und luftig ist es – 76 Menschen haben hier ihr neues Zuhause gefunden. Die Nähe zum Eper Park, zum Dorfkern und die wirklich vielen Aktivitäten mit engagierten Mitarbeitern und über 50 Ehrenamtlichen machen es so besonders. Ob Schützenfest, Oktoberfest, Grillabende oder auch einfach mal Freitags nach Holland – Fisch mit Pommes essen fahren – all das geht hier.
Sie sollten einmal Sonntags nachmittags ins Brunnencafe in der Eingangshalle kommen! Dort gibt’s dann selbstgebackene Kuchen und Torten vom Aktionskreis Uganda. Weil die Einnahmen komplett an Schulprojekte gespendet werden, können Sie damit Schlemmen und Austausch mit einem guten Zweck verbinden. Und der Kuchen ist immer wie von Oma! Das perfekte Programm für den Sonntagnachmittag.
Ein Blick in die renovierte Kapelle lohnt sich ebenso, sie wird als Gottesdienstraum der St.Agatha Gemeinde mitgenutzt.
Es ist nur ein kleiner Eindruck, doch ich hoffe, ich konnte Ihnen heute die Geschichte dieses Hauses etwas näherbringen.
Einen schönen Tag wünscht Ihnen Ihre Erzählbank.