Text: Gabi Scheffer
Schön, dass ihr auf einer unserer wunderbaren Erzählbänke Platz genommen habt. Jede der Bänke erzählt ihre eigene Geschichte, die an den Orten geschehen ist, so wie hier an dieser Stelle ein Denkmal in Form einer Eiche errichtet wurde.
Diese wunderschön gewachsene Eiche steht für den Frieden zwischen Frankreich und den deutschen Staaten. Eichen symbolisieren die Wiedergeburt und das Leben und seit der Romantik stehen sie auch für die Treue. Das Pflanzen von Gedenkbäumen war seit der französischen Revolution üblich geworden. Es gibt auch Freiheitsbäume, dafür wurden Linden gepflanzt.
Der Friedensvertrag von 1870/1871 beendet den Krieg zwischen Frankreich und den deutschen Staaten, der als deutsch-französischer Krieg bekannt ist. Es flossen hohe Geldsummen, Frankreich musste große Gebiete abgeben und an das neu gegründete deutsche Reich abtreten. Unter der Führung Preußens findet die Einigung im Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles statt. Auf Betreiben des Kanzlers Otto von Bismarck wird König Wilhelm der erste zum Kaiser ausgerufen. Als Zeichen der Freude über die geeinte Nation wurden Eichen als Denkmäler gepflanzt. Auch diese prächtige Eiche ist inzwischen wohl um die 150 Jahre alt.
Sie schrieb und schreibt sicherlich noch ganz viele Geschichten, da diese Bank zum Verweilen einlädt. So wurde sie sehr viele Jahre als Treffpunkt für friedliche Versammlungen genutzt. Auch für Verliebte war sie ein schöner Treffpunkt. Als der Baum noch kleiner war, kletterten einige mutige Jungs aus dem Ort in ihr herum. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde unter der Eiche so manches Liebespaar vermählt.
Über die letzten Jahre sind die Bäume fast in Vergessenheit geraten. Und ich, die Erzählbank, freue mich, euch ein wenig über die Hintergründe zu berichten.